De-Mail unsicher, es bleibt spannend

De-Mail
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Vor einigen Jahren angekündigt, seit einiger Zeit im Test (9.10.09 bis 31.3.10 mit 812 Teilnehmern in Friedrichshafen) und in letzter Zeit verstärkt in den Medien, die Rede ist vom geplanten E-Mail Dienst De-Mail, der alles besser machen soll im E-Mail Marketing und vor allem sicherer.

Experten warnen nun aber vor einer Sicherheitslücke bei dieser als besonders sicher angepriesenen elektronischen Post. Die Post soll kurzzeitig auf den Servern der Provider entschlüsselt werden und sei daher nicht sicher vor Hackern, so fr-online.de .

„Ich habe schwere Bedenken und bin gegen das De-Mail-Gesetz. Die Sicherheitslücken sind nicht zu übersehen“, so Thomas Lapp, Anwalt und IT-Experte der Bundesrechtsanwaltskammer der Frankfurter Rundschau.

Gert Metternich, Projektleiter der Telekom, sagte der FR: „Im De-Mail-System werden die Mails für den Bruchteil einer Sekunde auf den Servern der Provider entschlüsselt und sofort wieder verschlüsselt und dann weitergeschickt.“ Dies geschehe auf Servern, die staatlich überprüften Sicherheitsstandards entsprächen und abgeschottet seien. „Insofern haben wir überhaupt keine Bedenken, dass die De-Mails nicht sicher sind.“

Die Aussagen sind also klar nicht gerade einheitlich und die Parteien schenken sich nichts.

E-Mail Spezialist Rene Kulka hat vor einigen Tagen den Dienst De-Mail unter die Lupe genommen und seine Einschätzungen zu diesem Projekt auf seinen Blog gestellt. Sein zusammengefasstes Fazit lautete wie folgt:

“ (…) die Dienste (De-Mail, E-Postbrief und Hybridbrief) räumen der E-Mail endlich die Bedeutung im alltäglichen Schriftverkehr ein, die ihr gebührt. Hier schlummert Kosteneinsparpotenzial en masse – insbesondere für Unternehmen und Verwaltung. (…) Durch De-Mail wird ab 2011 die Wettbewerbsintensität stark steigen, was sich sicher auf den Preis am Markt auswirken wird. O.k. der Erfolg der Services hängt – wie bei allen Netzeffektgütern/-diensten – letztlich auch sehr stark von der Zahl der Teilnehmer ab. Es macht nur dann Spaß, wenn sich der Absender sicher sein kann, einen Großteil ihrer Adressaten auf digitalem Wege zu erreichen. (…) Nicht nur der Wirtschaft, auch mir gefällt die Idee. Es ist durchaus “convenient”, ohne Drucker, Umschlag, Briefmarkenlecken und Gang zum Briefkasten nun auch Offizielles per E-Mail versenden zu können. (…)”

Hier zum ganze Artikel von Rene Kulka: Hier klicken.

In wie fern die Sicherheitsprobleme den Erfolg dieser Idee noch beeinträchtigen ist abzuwarten, es bleibt spannend…  :-)

Viele Grüße aus Essen,
Jan-Philip Ziebold

5 Kommentare zu „De-Mail unsicher, es bleibt spannend

  1. DE-Mail: Was es alles kann – und auch nicht …

    Es gibt schon länger Alternativen, so wie etwa Opolis Secure Mail (http://www.opolis.eu), die mehr können, global anwendbar sind und auch noch gratis sind …

    Ausserdem: Bei Opolis entscheidet der Absender, was der Empfänger mit der Nachricht machen darf (weiterleiten, kopieren, ausdrucken)

    Interessanter Artikel:
    http://www.prlog.org/10834702

  2. Merci für den Hinweis und das Zitat. ;) Neben den technischen sind sicher auch noch rechtliche Dinge offen – exemplarisch: wie siehts hier mit dem Zugang aus, der ja im De-Mail-Gesetz als Zustellung bei gmx oder t-online fixiert wird; aber bei technischen Probs kann die Mail u.U. gar nicht in den Machtbereich des Empfängers gelangen … Etc. In der Tat bleibt es spannend. Aber eine öffentliche Diskussion zu möglichen Problemen ist enorm wichtig.

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